Vorstellung DLR Institut – so sehen die Chancen für den Industrie- und Wissenschaftsstandort Sachsen aus

Donnerstag, 09. November 2017, 16:02 Uhr

„Flying into the Future“

Unter diesem Motto trafen sich am 26. Oktober 2017 Vertreter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), des Kompetenzzentrums Luft- und Raumfahrttechnik Sachsen/Thüringen e. V. (LRT) sowie des Silicon Saxony e. V. in den Räumlichkeiten der T-Systems Multimedia Solutions GmbH um über die am Standort Dresden geplante Zusammenarbeit zwischen der Luft- und Raumfahrtbranche und der hiesigen IKT-Branche im allgemeinen sowie der Softwarebranche im speziellen zu sprechen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dr. Hartmut Mangold, Staatssekretär im sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr: „Das DLR Institut in Dresden soll zur ersten Adresse der Softwareforschung für die deutsche Luftfahrtindustrie werden“.
Eine der zentralen Herausforderungen der Forschung ist es, Softwaresysteme in der Luftfahrt noch zuverlässiger zu machen. Denn die zweitwahrscheinlichste Ursache für Flugzeugabstürze ist heutzutage „technisches Versagen“. Trotz ständiger Verbesserungen und steigender Verlässlichkeit gehen etwa 20 Prozent der Flugzeugkatastrophen laut Simon Ashley Bennett (Luftfahrtexperte an der Universität von Leicester) auf das Versagen von Geräten zurück. (Quelle: www.focus.de)

Prof. Dr. Norbert Kroll vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gab Einblicke wie dieser Herausforderung heute schon begegnet wird. Unter dem Leitkonzept „Digitales Flugzeug“ stehen vor allem die Produkt-Virtualisierung und Softwaretest in der virtuellen Welt im Vordergrund. Die größte Herausforderung dabei ist die Entwicklung eines durchgängigen und konsistenten Datenmodells.

Warum das neue DLR Institut gerade in Dresden sehr gut angesiedelt ist, erklärte Prof. Dr. Frank Schönefeld. Mit dem Konzept des Smart Systems Hubs werden alle am Standort Sachsen vorhandenen Kompetenzen gebündelt und gewinnbringend genutzt. Das Dresdner Konzept Smart Systems – Enabling IoT setzt auf die Integration von Hardware, Software und Connectivity als Fundament der digitalen Zukunft.

 

Seit Oktober 2016 arbeitet eine Taskforce an der Initiierung des Smart Systems Hubs unter Mitwirkung der Technischen Universität Dresden, dem Silicon Saxony e.V., der Hightech Startbahn, Fraunhofer sowie des Bitkom, des Freistaates Sachsen, der HTW Dresden und weiterer Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft. Wesentliche Aktivitäten der Taskforce liegen in der Gewinnung von Partnern und der notwendigen Finanzierungen sowie der räumlichen und organisatorischen Planung für den Smart Systems Hub.


 
Weitere Informationen zum Smart Systems Hub finden Sie hier.

Die genannten Ziele, Visionen und Herausforderungen wurden anschließend durch aktuelle Anwendungsfälle untermauert. So stellte Lars Vogel (Experte für Augmented- und Virtual-Reality Lösungen bei T-Systems Multimedia Solutions) den aktuellen Stand von Augmented und Mixed Reality Projekten vor zur Optimierung von Manufacturing Prozessen z.B. auch in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Beispielsweise hat T-Systems Multimedia Solutions zusammen mit einer Fluggesellschaft die Lösung „Aircraft Maintenance“ prototypisch entwickelt und pilotiert. In diesem Pilotprojekt kann das Wartungspersonal per Smartphone oder Tablet direkt am Fahrzeug mit allen notwendigen Informationen versorgt werden. Der Techniker bekommt alle Unterlagen mobil zur Verfügung gestellt und zudem visualisiert, wo und wie ein Arbeitsschritt umzusetzen ist. Das ist besonders bei unvorhergesehenen Vorfällen, die nicht planbar sind, interessant.

Abschließend gab Dr. Andreas Hornig (Stellvertretender Leiter Numerische Verfahren am Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik der TU Dresden) einen Einblick in den aktuellen Forschungsstand der Triebwerksoptimierung durch produktlebenszyklusübergreifende digitale Zwillinge. Dabei steht die digitale Abbildung von Komponenten, Subsysteme oder Systemen im Mittelpunkt sowie die Einbindung realer Parameter (Übergang vom Modell zum Zwilling). Auch hier stellt die hinreichend genaue Modellierung (vollständige Digitalisierung) die größte Herausforderung dar. Der virtuelle Zwilling entsteht bereits während des Produktentwicklungsprozesses. Produktlebenszyklusübergreifende Aussagen für die Produktentwicklung sind jedoch nur durch Zustandsupdates möglich. Diese Daten werden durch werkstoffintegrierte Sensorik in den virtuellen Zwilling geliefert.


Arbeitskreis Software, Silicon Saxony e.V.

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Der Arbeitskreis Software unterstützt, dass sich Silicon Saxony auch zu einem Software-Netzwerk weiterentwickelt. Sachsen gilt als ein kontinuierlicher Trendsetter der Software-Industrie. Basis für Wachstum, hochwertige Arbeitsplätze und Innovation der Region sind u.a.: die gezielte und effektive Entwicklung von wettbewerbsfähigen Zukunftsfeldern der Software-Industrie, ein nachhaltiger Technologietransfer sowie Informations- und Anforderungsaustausch zwischen Forschung, Lehre und Wirtschaft, sowie die konsequenten Anwendung neuester Softwaretechnologien in Entwicklung, Produktion, Test und Vermarktung der Mikroelektronik.