IT Ringvorlesung - Das Semester hat begonnen

Freitag, 21. Oktober 2016, 15:09 Uhr
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Mit dem Start des Wintersemesters 2016 an der Universität Leipzig beginnt auch eine weitere Runde der IT-Ringvorlesung. Prof. Dr. Martin Bogdan vom Institut für technische Informatik begrüßte zusammen mit 13 praxisinteressierten Informatikstudenten unsere diesjährigen Praxispartner ORSOFT und forcont.

Das nasskalte Oktoberwetter gab für die Masterstudenten der Informatik keinen Grund ab sich von der Einführungsveranstaltung in der Spitze des Augusteums fernzuhalten. 13 praxisinteressierte Studenten folgten der Unternehmenspräsentationen von Maria Krüger (forcont) und Matthias Ehrlich (ORSOFT) und bekamen einen ersten orientierenden Eindruck, worum es in den Projekten gehen wird.

Robert Rosenberger (links), Maria Krüger, Martin Bogdan, Matthias Ehrlich (rechts)

Robert Rosenberger (links), Maria Krüger, Martin Bogdan, Matthias Ehrlich (rechts)

Die zweite Runde der IT-Ringvorlesung 2016 verlangte eine gehörige Portion Flexibilität von den Praxispartnern der forcont und der ORSOFT ab. Ursprünglich meldeten sich drei Unternehmen als Praxispartner für das diesjährige Wintersemester. Jedoch musste aufgrund eines krankheitsbedingten Ausfalles eine schnelle Antwort gefunden werden, wie trotz allem kleine Praxisgruppen für die jeweiligen Projekte gebildet werden können.

Eine weitere Herausforderung bildete das ungleichmäßig verteilte Interesse der Informatikstudenten, worin sie Praxiserfahrung sammeln möchten. Während Matthias Ehrlich und der auf SAP spezialisierten ORSOFT mit ihrem Projektvorschlag vor allem Kompetenzen in den Programmiersprachen C+ und Python abverlangte und sich hierfür eine studentische Dreiergruppe, ganz im Sinne der IT-Ringvorlesung, bildeten konnte, stand die forcont vor dem Problem mit ihrem Webentwicklungsprojekt ganze 10 Studenten für sich zu gewinnen.

Robert Rosenberger, Softwareentwickler bei forcont, und leitender Betreuer der Praxisgruppe reagierte blitzschnell und weitete das ursprünglich angedachte Projekt aus. Das neue Projektthema ist nun umfangreich genug, sodass zwei 5er Gruppen daran arbeiten können.

Die Projekte im Überblick

ORSOFT Jänicke GmbH

Konzept für die Codetransformation eines komplexen Softwareprojektes

Aufgabe:

Für einen Softwarehersteller steht ein Übergang von Python 2.7 auf Python 3.5 an. Ein komplexes Softwareprojekt mit mehr als 1.000.000 Codezeilen ist davon betroffen. Das Projekt in der Ringvorlesung soll basierend auf den „best practises" aus dem Softwareengineering ein Konzept inkl. Ablaufplan und Abhängigkeiten für eine Umstellungsprozedur vorschlagen und dieses auf Brauchbarkeit prüfen. Dabei ist zu bewerten, wie viel dieser Prozedur automatisiert („suchen + ersetzen") werden kann und wie viel manuell bleibt. Mindestanforderung ist das Erhalten der Funktionalität. Wünschenswert sind solche Ersetzungen, welche die Performance verbessern oder den Speicherverbrauch senken oder die Komplexität der Software reduzieren.

forcont business technology gmbh

Untersuchung und Vergleich von Möglichkeiten der Portierung von bestehenden Web-Anwendungen als Betriebssystem-Anwendungen

Aufgabe:

Um eine einfache Steuerung dokumentenlastiger Geschäftsprozesse zu gewährleisten, ist der Austausch von Dokumenten über verschiedene Systeme und Anwendungen hinweg ein wichtiger Bestandteil. Eine zentrale Speicherkomponente die neben der Integration in die eigenen Produkte und Lösungen auch die unterschiedlichsten Zugriffsmöglichkeiten über Browser, Dateisystem, Tablets und Smartphones ermöglicht, bietet hierfür eine geeignete Lösung.

Über Cross-Platform-Entwicklung basierend auf einer einheitlichen Code-Basis kann mit relativ geringem Entwicklungsaufwand ein breites Spektrum der Verfügbarkeit erreicht werden.

Es bietet sich folglich an, die bestehenden Cross-Platform-Lösungen für Web-Browser auch als direkte Anwendungen auf verschiedenste Betriebssysteme portieren zu können, ohne die grundlegende Code-Basis verändern zu müssen. Vor dem erläuterten Hintergrund untersuchen, vergleichen und bewerten die beiden Praxisgruppen aktuelle Möglichkeiten der Portierung von Web-Anwendungen hinsichtlich folgender Kriterien:

  • Entwicklungs- und Mehraufwand
  • Breite des Spektrums der Portierbarkeit (welche OS/Geräte)
  • Möglichkeiten der Interaktion mit Funktionen des Betriebs- und Dateisystems
  • Installationsaufwand (auch unter Betrachtung der Integration in bestehende Installationssysteme wie betriebssystemabhängigen ‚Stores‘)

Die beiden Gruppen erarbeiten dabei die Vor- und Nachteile des jeweiligen Verfahrens für den Einsatz im Rahmen einer Business-Anwendung und stellen Ihre Ergebnisse jeweils für die Portierung auf mobile Endgeräte und für die Portierung der Anwendung auf Desktop-Systeme dar.

Wir vom Empfehlungsbund wünschen unseren Partnern und den teilnehmenden Masterstudenten viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Projekte. Wir werden auch weiterhin alle, die sich für die IT-Ringvorlesung interessieren, über die Ergebnisse auf dem Laufenden halten. Es bleibt spannend, wie weit diese äußerst anspruchsvollen Projektthemen realisiert werden können und inwiefern sie den Erwartungen der Praxispartner entsprechen. Bisher gab es sowohl von den teilnehmenden Vertretern als auch von den Masterstudenten nur Gutes über die IT-Ringvorlesung zu verlauten. Wir denken, dass dies auch in diesem Jahr wieder so sein wird und sich damit die IT-Ringvorlesung in den kommenden Jahren als praxisnahe Alternative im Informatiklehrplan der Universität Leipzig bewährt.



Dieser Blogbeitrag erschien erstmals auf itmitte.de.