100 Jahre Kompetenz für die Zukunft: Kohlenstoffkreislaufzentrum der TU Freiberg feiert Jubiläum

Donnerstag, 10. Oktober 2019, 08:27 Uhr
Eine Luftaufnahme des Instituts für Energieverfahrenstechnik
Das Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (IEC) der Technischen Universität Bergakademie Freiberg wird 100 Jahre. Das Jubiläum wird mit zahlreichen Veranstaltungen und Gästen aus aller Welt vom 10. bis zum 12. Oktober begangen.

Damals wie heute steht an der TU Bergakademie Freiberg die nachhaltige Energie- und Rohstoffversorgung auf Basis einheimischer Ressourcen im Fokus. Dazu gehört auch die Bereitstellung von kohlenstoffhaltigen Grundstoffen für die chemische, die metallurgische und die Energiewirtschaft sowie für den Mobilitätsbereich. Dieser Forschung widmet sich das IEC seit 1919. Im Laufe seiner Geschichte hat sich das heute drittmittel- und personalstärkste Institut der Freiberger Universität zu einem führenden Zentrum für Lehre und Forschung zu Technologien der Kohlenstoffkreislaufwirtschaft mit internationaler Ausstrahlung entwickelt. Dazu trägt neben der Professur für Energieverfahrenstechnik und thermische Rückstandsbehandlung (EVT) von Prof. Dr. Bernd Meyer auch die Professur für Reaktionstechnik (RT) von Prof. Dr. Sven Kureti bei. Diese hat sich in den letzten Jahren vor allem im Forschungsfeld der Kraftstoff-Synthese sowie im Bereich der katalytischen Abgasreinigung etabliert.

Auf seinem Weg vom Braunkohlenforschungsinstitut zum Innovationszentrum für Kohlenstoffkreislaufwirtschaft wurde das IEC von zahlreichen internationalen Wissenschaftlern, Doktoranden und Kooperationspartnern begleitet und unterstützt. Zu diesen Partnern gehört auch Prof. Dr. Yong-Wang Li. Er ist Gründungsgeschäftsführer des weltweit führenden Technologieunternehmens für die Fischer-Tropsch (FT) Synthese „Synfuels China Technology Co., Ltd.“ in Peking. Mit Hilfe dieser Synthese können aus den verschiedensten Kohlenstoffträgern Kraftstoffe hergestellt werden, so dass sich eine exzellente Passfähigkeit mit den Forschungsthemen des IEC ergibt. Für die seit Jahren bestehende enge Kooperation in Wissenschaft und Forschung, die nicht nur die internationale Sichtbarkeit der TU Bergakademie Freiberg auf dem Gebiet der Kohlenstoffkreislaufwirtschaft erhöht, sondern auch den internationalen Austausch junger Wissenschaftler/innen gefördert hat, verleiht die TU Bergakademie Freiberg Prof. Li am 10. Oktober die Ehrendoktorwürde und trägt sich in das Ehrenbuch der TU Bergakademie Freiberg ein. Damit ist er der 48. Ehrendoktor der TU Bergakademie Freiberg seit 1990 und zugleich der erste Ehrendoktor aus China.

Anschließend lädt das IEC seine weltweiten Partner und Kollegen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu einem Abendempfang in die terra mineralia ein. Dort wird im Schlosshof die in Deutschland erstmalige Aufführung einer Ode von Lomonossow zu hören sein, aufgeführt vom Opernchor des Mittelsächsischen Theaters. Die Noten wurden vom Marinskij-Theater bereitgestellt.  Die kulturelle, aber auch die fachliche Verbundenheit zwischen Freiberg und St. Petersburg wirken noch aus der Rektorzeit von Prof. Meyer nach. So wird anlässlich des Institutsjubiläums auch der Rektor der St. Petersburger Bergbauuniversität, Prof. Dr. Wladimir Stefanovich Litvinenko, erwartet. Bei seinem Besuch in Freiberg schaut er sich unter anderem das Lomonossow-Haus an, besichtigt mögliche Plätze für ein Lomonossow-Denkmal in Freiberg und führt Kooperationsgespräche zum UNESCO-Zentrum in St. Petersburg mit internationalen Gästen des Jubiläumskolloquiums.

Das wissenschaftliche Kolloquium zum Thema „Solutions for the Carbon Challenge“ mit hochkarätigen Vortragenden und zirka 200 internationalen Teilnehmern findet am 11. Oktober in der Alten Mensa statt und beschäftigt sich mit Innovationen, Herausforderungen und zukünftigen Bedürfnissen für die nachhaltige Nutzung von Kohlenstoffressourcen.

Zum Abschluss der dreitägigen Jubiläumsveranstaltungen bietet das IEC seinen Gästen am 12. Oktober Führungen durch das Innovationszentrum für Kohlenstoffkonversionstechnologien sowie durch die Versuchsstände der Katalyseforschung und -entwicklung an und organisiert auf der Reichen Zeche ein Haldenfest für die Institutsmitarbeiter und ihre Familien.

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