TU Chemnitz: Deutsch-polnisches Automatisierungsnetzwerk stärken

Mittwoch, 09. Juni 2021, 13:53 Uhr
Prof. Dr. Justyna Patalas-Maliszewska ist Direktorin des Instituts für Maschinenbau an der Universität Zielona Góra in Polen. Seit 2020 hat sie auf eine Anfrage der Professur Produktionssysteme und -prozesse der Technischen Universität Chemnitz die Aufgabe als internationale Koordinatorin des Netzwerks "Manufacturing 4.0 durch Entwicklung und Transfer progressiver Automatisierungslösungen – META" übernommen. "Wie ernst Frau Prof. Patalas-Maliszewska diese Aufgabe nimmt, erkennt man daran, dass sie trotz der pandemiebedingten Schwierigkeiten für drei Monate als Gastwissenschaftlerin an unsere Universität kommt", sagt Dr. Matthias Rehm, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Produktionssysteme und -prozesse und Initiator des META-Netzwerks, und fügt hinzu: "Wir heißen sie herzlich willkommen und freuen uns auf eine intensive Zusammenarbeit."

Bis Ende Juli 2021 wird Patalas-Maliszewska die gemeinsame Forschung auf dem Gebiet der Datenanalyse in der Produktionstechnik vorantreiben und ein Konzept zur wissensbasierten Entscheidungsunterstützung für das Zuliefergeschäft im Kontext von Industrie 4.0 erarbeiten. Ein weiteres Arbeitsgebiet wird der Einsatz von Methoden der Künstlichen Intelligenz sein. Um das internationale META-Netzwerk zu stärken, stehen Gespräche mit den deutschen Netzwerkmitgliedern und die Vorbereitung einer Reise von Unternehmerinnen und Unternehmern nach Polen bzw. innerhalb von Deutschland auf der Agenda.

Deutschland ist Polens wichtigster Absatzmarkt, viele Ausfuhren aus Polen sind Industriegüter, Maschinen und Anlagen. Doch die enge Verflechtung beider Nachbarländer beschränkt sich nicht nur auf die Wirtschaft. Im Rahmen des ERASMUS- bzw. DAAD-Programms wird auch der wissenschaftliche Austausch gefördert. Seit 2018 besteht eine ERASMUS-Kooperationsvereinbarung zwischen der TU Chemnitz und der Universität Zielona Góra. "Mein erster Besuch in Chemnitz war vor vier Jahren", erinnert sich Patalas-Maliszewska. "Jetzt freue ich mich, hier zu sein, internationale Forschungsprojekte zu initiieren und Vorlesungen zu halten, auch wenn Corona-bedingt persönliche Kontakte derzeit noch eingeschränkt sind. Ich danke meinen deutschen Kolleginnen und Kollegen für den freundlichen Empfang, die freundschaftliche Atmosphäre an der Professur und die perfekte Vorbereitung meines Aufenthalts." Die Professorin erhält über das Visiting Scholar Program der TU Chemnitz sowohl eine finanzielle Förderung als auch organisatorische Unterstützung durch das Internationale Universitätszentrum.

Stichwort: META-Netzwerk

Das Kooperationsnetzwerk "Manufacturing 4.0 durch Entwicklung und Transfer progressiver Automatisierungslösungen – META" der Professur Produktionssysteme und -prozesse wurde 2019 gegründet. Es hat derzeit 27 Mitglieder, mit denen zahlreiche Projektideen und Förderanträge erarbeitet werden. Flankiert von einer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit bieten sich für die Netzwerkpartner Möglichkeiten zum Ideenaustausch und Wissenstransfer. Die inhaltliche Ausrichtung ist auf sechs Entwicklungslinien ausgerichtet: Regelkreis- und Fertigungsprozessüberwachung, Fertigungsprozessregelung, Fertigungsqualitätsregelung, Modulare Automatisierungslösungen und Fertigungsprozessentwicklung. Das META-Netzwerk wird bis März 2023 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) gefördert.

Weiterführende Links

www.tu-chemnitz.de  
META-Netzwerks Foto: Katja Klöden

Silicon Saxony e.V.

Der Silicon Saxony e. V. ist mit rund 350 Mitgliedern das größte Hightechnetzwerk Sachsens und eines der größten Mikroelektronik- und IT-Cluster Deutschlands sowie Europas. Als eigenfinanzierter Verein verbindet Silicon Saxony seit seiner Gründung im Jahr 2000 Hersteller, Zulieferer, Dienstleister, Hochschulen/Universitäten, Forschungsinstitute, öffentliche Einrichtungen sowie branchenrelevante Startups am Wirtschaftsstandort Sachsen und darüber hinaus. Übergeordnete Ziele der Netzwerkarbeit sind u. a. der Ausbau sowie die Stärkung des führenden Mikroelektronikstandortes Europas als auch das Vorantreiben der parallel verlaufenden Entwicklung hin zu einem Softwareland Sachsen. Dies geschieht in enger Abstimmung mit der sächsischen Landesregierung und den Wirtschaftsförderinstitutionen im Freistaat. In dieser Konstellation unterstützt der Verein auch das regionale Standortmarketing. Der thematische Fokus des Clusters liegt auf den technologischen Trends der Gegenwart und Zukunft – z.B. Künstliche Intelligenz, Robotik, Automatisierung, Internet of Things, Sensorik, Energieeffizienz, Neuromorphes bzw. Edge Computing. Als enger Kooperationspartner des Dresdner Smart Systems Hubs sowie des Leipziger Smart Infrastructure Hubs bietet Silicon Saxony zudem direkten Zugang zu den Themen, Projekten und Standorten der Digital Hub Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums. Als öffentlichkeitswirksame Informations-, Kommunikations- und Kooperationsplattform sowie durch die Teilnahme an und die Organisation von Branchenevents fördert der Verein die regionale, nationale und internationale Vernetzung seiner Mitglieder. Gezielte Lobbyarbeit gewährleistet z.B. die Mitgestaltung von Förderprogrammen - von der lokalen bis zur europäischen Ebene. Experten des Netzwerkes stellen zudem in Arbeitskreisen und weiteren Formaten den Know-how-Transfer sowie enge wirtschaftliche Beziehungen zwischen den Mitgliedern sicher und treiben Innovationen voran.