Wasserstoff-Leitprojekt mit Freiberger Beteiligung gestartet

Donnerstag, 26. August 2021, 08:03 Uhr
H2Giga - Serienfertigung von Elektrolyseuren
H2Giga, eines der drei Wasserstoff-Leitprojekte des BMBF, hatte am 26. August sein offizielles Kickoff. In dem Projekt arbeiten über 130 Institutionen aus Wirtschaft und Wissenschaft – darunter auch die TU Bergakademie Freiberg – an der Herstellung von Grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab.

Mit Grünem Wasserstoff kann erneuerbare elektrische Energie in chemische Energie umgewandelt und damit speicherbar gemacht werden. Die Speicherung elektrischer Energie wiederum ist eine wesentliche Voraussetzung, um Deutschlands Energiewirtschaft auf regenerative Quellen umstellen zu können.

Wettbewerbsfähige Herstellung von Grünem Wasserstoff im Gigawatt-Maßstab

Die Herstellung von Wasserstoff aus Wasser und Strom, die „Elektrolyse“, ist ein seit langem bekannter Prozess, der mittlerweile eine beachtliche technische Reife errungen hat. Aktuell ist diese Technologie jedoch noch nicht in großen, für das gesamte Energiesystem relevanten Maßstäben vorhanden. Die Elektrolyseure werden derzeit noch weitgehend in Handarbeit aufgebaut, mit entsprechend hohem Kostenaufwand und geringer Fertigungskapazität. Hier greift das Leitprojekt H2Giga, indem es die Industrialisierung der Wasserelektrolyse zur Herstellung von Grünem Wasserstoff vorbereitet und vorantreibt. Die Partner von H2Giga entwickeln für die Herstellung von Elektrolyseuren Fertigungstechnologien, Automatisierung, Digitalisierung und Methoden zur Qualitätskontrolle, so dass die heute noch überwiegende Fertigung mit geringer Automatisierungstiefe auf eine industrielle Serienproduktion für den entsprechenden Markthochlauf umgestellt werden kann.

TU Bergakademie Freiberg übernimmt Recycling von Elektrolyseuren

Die Entwicklung der Serienfertigung von Elektrolyseuren, der Vorrichtung zur Zerlegung von Wasser mittels Strom, bringt auch die Frage auf nach deren Recycling am Ende der Nutzung nach zirka zehn bis fünfzehn Jahren. Als hochtechnologisches Produkt enthalten sie große Mengen seltener und kritischer Rohstoffe, wie seltene Erden, Edel- und Technologiemetalle. Im an der TU Freiberg koordinierten H2Giga-Projekt „Recycling – nachhaltige Ressourcennutzung“ untersucht das Institut für Mechanische Verfahrenstechnik und Aufbereitungstechnik, unter der Leitung von Prof. Dr. Urs Peuker, gemeinsam mit dem Institut für Keramik, Feuerfest und Verbundwerkstoffe und dem Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie, Möglichkeiten für das mechanische Recycling demontierter Elektrolyseure, zehn weitere Projektpartner ergänzen das H2Giga-Projekt.

Über die Wasserstoff-Leitprojekte:

Die BMBF-geförderten Wasserstoff-Leitprojekte sind das Ergebnis eines Ideenwettbewerbs: Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft waren eingeladen, Ideen zu Wasserstoff-Großprojekten einzureichen. Über 240 Partner haben sich so zusammengefunden und sollen mit insgesamt bis zu 740 Millionen Euro gefördert werden. Im Frühjahr sind die Projekte auf Basis unverbindlicher Förder-Inaussichtstellungen gestartet. Die Leitprojekte werden über eine Laufzeit von vier Jahren gefördert. Weitere Informationen unter www.wasserstoff-leitprojekte.de.


TU Bergakademie Freiberg, Career Center

Aufgabe des Career Centers unter dem Dach der Graduierten- und Forschungsakademie ist es, Studierende und Absolventen aller Fachrichtungen dabei zu unterstützen, sich mit der Arbeitswelt und deren Anforderungen vertraut zu machen. Als zentrale Service-Einrichtung der TU Bergakademie Freiberg sind wir Ansprechpartner für Studierende und Absolventen, die sich auf ihren Berufseinstieg vorbereiten und für Arbeitgeber, die auf der Suche nach hochqualifizierten Nachwuchskräften sind.